Pressemitteilung der DGKH

Schulen und Kitas sollen wieder geöffnet werden!

18.05.2020

Die DGKH und die pädiatrischen Fachgesellschaften nehmen klar Stellung.

In einer aktuellen Stellungnahme hat die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene zusammen mit den pädiatrischen Fachgesellschaften, der Deutschen Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie (DGPI), der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) die sofortige Wiedereröffnung von Schulen und Kitas unter Wahrung konkreter Hygieneregeln gefordert und ausführlich begründet.

Die DGKH hält die aktuellen Erkenntnisse über die Rolle der Kinder und Jugendlichen für ausreichend, um die Kita- und Schulschließungen ab sofort unter Einhaltung konkreter Hygieneregeln zu beenden. Die Daten aus vielen Untersuchungen, Studien, Modellberechnungen und Ausbruchsanalysen weisen in eine Richtung: Kinder und Jugendliche sind nicht die treibende Kraft der Pandemie. Das weitere Schließen von Kitas und Schulen aber auch das nur in kleinsten Schritten vollzogene Wiedereröffnen steht dazu in keinem Verhältnis
Kinder und Jugendliche sind nicht nur seltener infiziert, im Falle einer Infektion seltener schwer erkrankt und außer wenigen Einzelfällen auch nicht vom Tode bedroht, sondern stecken auch deutlich weniger andere Personen an.

Kinder und Jugendliche sind im Gegensatz zur Ausbreitung der echten Grippe, der Influenzainfektion, keine treibende Kraft der Covid-19-Pandemie. Die Bedeutung von Schul- und Kitaschließungen auf die Dynamik der weiteren Infektionsausbreitung wird als gering eingeschätzt.
Das Risiko für Lehrer, Erzieher, Betreuer und für Eltern lässt sich durch Einhaltung der wichtigen Hygieneregeln seitens der Erwachsenen und der Jugendlichen ausreichend kontrollieren. Die Erklärung steht unter dem Titel:

Kinder und Jugendliche in der Covid-19-Pandemie: Schulen und Kitas sollen wieder geöffnet werden. Der Schutz von Lehrern, Erziehern, Betreuern und Eltern und die allgemeinen Hygieneregeln stehen dem nicht entgegen“ .
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In einer ausführlichen Begründung haben Dr. Peter Walger für den Vorstand der DGKH und Prof. Arne Simon für die DGPI zusammen mit Vertretern der anderen Fachgesellschaften DAKJ und BVKJ  die aktuellen Daten zusammengefasst und bewertet. Auch die aktuellen Informationen zu dem sehr seltenen Auftreten eines sog. multisystemischen Hyperinflammations-Syndroms, welches möglicherweise mit SARS-CoV-2 assoziiert ist, wird bewertet. Aufgrund der Seltenheit dieses Syndroms in Korrelation zur Gesamtzahl der mit SARS-CoV-2 infizierten Kindern ändert das Auftreten an den grundsätzlichen,  in dieser Stellungnahme formulierten Schlußfolgerungen nichts.  

Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder- und Jugendliche stellen im Gegensatz zu Seniorenheimen per se keine Hochrisikoumgebung dar und können nach individueller ärztlicher Abwägung auch von Kinder und Jugendlichen mit bestimmten Grunderkrankungen aufgesucht werden.

Für Kinder und Jugendliche mit einem außergewöhnlichen Risiko durch Vorerkrankungen sollten die betreuenden Ärzte eine individualisierte Risikobewertung und Entscheidungsfindung vornehmen. Wenn Erwachsenen mit einem erhöhten Risiko für einen komplizierten Verlauf bei SARS-CoV-2-Infektion im gleichen Haushalt leben, sollten individuelle und kreative Lösungen in Eigenverantwortung und in enger Absprache angestrebt werden, die den Kindern den Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen trotzdem ermöglichen.